Sonntag, 4. Oktober 2015

Mitten im Schreiben

Momentan schreibe ich an meinem Buch "LebensFreude - trotz Schicksalsschlägen und Krisen im Leben". 

Wenn ich diese bewussten Erfahrungen vor 18 Jahren gehabt hätte, die ich heute habe, denke ich, wäre ich möglicherweise schneller wieder aus der damaligen Erstarrung, zu meiner Lebensfreude und meinem Optimismus gekommen, doch es hatte auch sein Gutes, lange durch diesen sehr schmerzhaften Prozess durchzugehen.

Denn ich hätte nicht all die Möglichkeiten kennen gelernt, die ich heute habe, alle meine Ressourcen anfangen zu nutzen durch diese Erfahrung, hätte mich nicht auf meinen Lebensweg begeben, wo ich heute stehe, und damit mich intensiv mit mir auseinanderzusetzen.

In den letzten Tagen habe ich das Kapitel mit meiner Geschichte aufgeschrieben und bin noch einmal sehr bewusst in das Trauma eingestiegen und es war alles wieder fühlbar da - so als würde ich es heute, 18 Jahre später noch einmal genauso erleben, noch einmal real da durch gehen, alle Stimmen wieder hören, alle Gerüche wieder wahrnehmen, alle damaligen Fragezeichen wieder spüren, die ich hatte, weil absolut unklar war, wie die Erkrankungszeit für uns alle endet.

Doch heute ist der konkrete Unterschied der, das ich bewusst entschieden habe, wann ich den schriftlichen Teil der Geschichte beende, 
aussteige aus der "Realitätsblase", 
wieder einsteige in meine Lebenswirklichkeit, 
um mir wieder Gutes zu tun und weiter schreibe, 
welche "Inseln der Ruhe" ich mir geschaffen habe in der Zeit, bis heute. 

Damals konnte ich 24 Stunden lang nur drin bleiben im Trauma, nur funktionieren und aus heutiger Sicht durchhalten.

Heute wähle ich bewusster, egal welche Botschaft mich heute erreicht, zu reagieren, aktiv zu sein und bewusst zu fühlen, wie es mir damit konkret geht. Wenn ich spüre, das ich beginne wieder in meinen erstarrten Zustand der Lähmung zu kommen, hole ich mir gezielte Hilfe von außen, die mich konkret unterstützt mit sehr hilfreichen Fragen. 

Schön ist es für mich heute zu sehen, wie bewusst ich einen Zustand wählen kann, wie bewusst ich einsteigen kann, als würde ich am Bahnhof stehen und in einen Zug einsteigen, und wie bewusst ich wieder aussteigen kann aus meinem Zug der Gefühle und Gedanken.

All das, das disziplinieren meiner Gedanken und Gefühle, hätte ich ohne diese einschneidende Lebenserfahrung nicht gelernt, bewusst zu werden und im Hier und Jetzt zu leben.

Es ist eins in Büchern über das Hier und Jetzt zu lesen, oder es tagtäglich real umzusetzen und anzuwenden.

So wünsche ich heute meinem Leser einen achtsamen bewussten Tag mit seinem wertvollen Lebenstag.

Bis bald Daniela 

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