Mittwoch, 10. September 2014

Präsent und klar

Heute nachmittag hatte ich die ganze Palette voll purem Leben.

Momentan habe ich wieder einmal Streit mit dem Vater meiner großen Töchter, weil er Tatsachen verdreht und meint, er könne meiner Tochter, die gerade 18 Jahre alt geworden ist und am Beginn ihrer Ausbildung seinen Teil des Hauses und somit die Schulden überschreiben, weil in seiner Familie das ein Vater, der eine Behinderung bekam, dies mit der volljährigen Tochter gemacht hat.

Darüber war ich so wütend und mit dieser Wut und Traurigkeit ging ich meine Kleinste im Kindergarten abholen.

Als ich mit der Kleinsten, die fünf Jahre alt ist, aus dem Kindergarten kam, ging alles wie in Zeitlupe, weil ich an der Straße einen Autofahrer sah, der ganz langsam fuhr, so als würde er etwas suchen.

Wir mussten über eine Fußgängerampel gehen, als der Autofahrer die Scheibe herunter ließ, um mich zu fragen wo er in die nächste Großstadt käme und wo er hier sei. Das irritierte mich sehr, denn auf seinem Autokennzeichen sah ich, das er aus meiner Gegend stammte. Innerhalb des Gesprächs mit dem älteren Mann, fragte er mich dreimal welcher Ort hier wäre und wie er wieder zurück käme. 

Meine innere Stimme sagte mir die ganze Zeit, das ich kein gutes Gefühl hatte den älteren Mann alleine weiter fahren zu lassen.   

Daraufhin fasste ich innerhalb kurzer Zeit total glasklare Entscheidungen, denn ich bat den Mann am Rand sein Auto zu parken, ich käme gleich wieder zurück. Dann ging ich zu einem an der Bushaltestelle wartenden jungen Mann, weil ich davor bei ihm gesehen hatte, das er mit dem Handy telefonierte und bat den jungen Mann, die Polizei anzurufen. Gemeinsam machten wir das und ich bat die Leitstelle jemanden zu schicken, weil ich einen orientierungslosen Mann in einem Auto hätte, der nicht mehr weiß, wie er heim kommt.

Die ganze Zeit ging total lieb und brav meine Kleine neben mir und wir gingen wieder zurück zu dem älteren Herrn, unterhielten uns über alles mögliche bis der Notarzt kam. Immer wieder im Gespräch fiel sehr deutlich auf, das mir der Mann einiges aus seiner Vergangenheit sagen konnte, aber leider nicht mehr wusste, wie er nach Hause kam. 

Der Notarzt blieb sehr lange bei dem älteren Autofahrer. Erst eine Stunde später fuhr der Krankenwagen an meinem Haus vorbei.

Was genau geschah weiß ich nicht, ich weiß nur, das der Mann seine Fahrt nicht mehr alleine weiter führte, sondern Hilfe für ihn da war und das war für mich total beruhigend: im richtigen Moment zur richtigen Zeit das Richtige getan zu haben: wach - klar - präsent. 

Trotz allem Ärger den ich gerade mit dem Vater meiner Kinder habe, diesen Ärger weg schieben zu können und helfen zu können, wo ich gebraucht wurde.



 

  

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