Montag, 11. August 2014

Wie wichtig es ist, als Paar würdevoll auseinander zu gehen und Eltern für die Kinder zu bleiben

und wie gut es den Kindern später geht, wenn Eltern das erreicht haben, erlebe ich seit mittlerweile 10 Jahren und es erfüllt mich mittlerweile mit großem Stolz, genau das mit dem Vater meiner Töchter zu praktizieren.

Natürlich war es anfangs nicht leicht, es schmerzte wenn er die Kinder abholte, es machte tief traurig und wütend, als Paar versagt zu haben. Die Gefühle in mir tobten, als Mann und Frau versagt zu haben, den Kindern die schöne Zukunft genommen zu haben, bis hin zu dem Gefühl, nicht beziehungsfähig zu sein.

Doch wenn ich bereit bin, die Verantwortung für meine Gefühle wirklich ganz zu mir zu nehmen, wenn ich nicht mehr meine Wut, meine Trauer, meine Enttäuschung über den anderen, meine innere Leere, die ich nicht ertrage, am Partner bzw. am Ex – Partner auslasse, genau dann kann das Wunder für Eltern geschehen: die Mama ist Mama mit ihren Kindern und genau ist der Vater, Papa für seine Kinder.

Wichtig dabei ist, dass die Mutter nicht die Unvollkommenheit des Vaters kompensieren muss und ihrem Kind all das geben muss, was sich die Mutter so sehnlich für ihr Kind erhofft hatte von genau diesem Vater.

So erlebt das Kind, bei Mama darf ich dies und Mama ist z.B. die Rauf- und "Kitzelmama", genauso wie das Kind beim Vater andere Seiten erleben lernt.

Das Wunder heißt dann auch, dass die Eltern jeder für sich einfach nur dem Kind sein Bestes geben darf und das die Kinder (fast) genauso aufwachsen, wie Kinder verheirateter Eltern, dann gibt es beinahe keinen Unterschied mehr, denn diese Kinder erleben zwei Zuhause mit Geborgenheit, Liebe und Zugehörigkeit.

Es ist unbenommen ein langer und anfangs harter Weg – jedoch ein sehr lohnenswerter Weg den Kindern zuliebe.

Die Auseinandersetzungen die in der Partnerschaft schon zu Reibereien führten sind mit der Trennung nicht weg – auch wenn ein Partner ausgezogen ist, sie verlagern sich dann nur, wenn gemeinsame Kinder da sind.

Genau hier ist es wichtig, aus dem Hamsterrad des Streitens auszusteigen, dem Partner nicht die Kinder zu entziehen. Es hört sich einfach an, vielleicht brauchen Frau und Mann da Hilfe von außen, zu lernen respektvoll mit dem anderen Elternteil umzugehen, von Psychologen, Freunden, Vorträgen…zu lernen, wie können wir, auch wenn wir kein Paar mehr sind, nährende Eltern sein?

Unsere Kinder haben ein Recht auf Mama und auf Papa!!! Auch der Vater ist wichtig für den Umgang mit seinem Kind, eben weil er den väterlich – männlichen Aspekt dem Kind geben kann, was eine Mutter niemals kann, auch wenn sie es noch so sehr versucht.

Ist es heute doch so, dass unsere Kinder in den ersten mindestens 10 Lebensjahren sehr viel Umgang mit Frauen haben, weil sie mit der Mutter alleine leben, im Kindergarten überwiegend Erzieherinnen sind, in der Grundschule überwiegend Lehrerinnen unterrichten.

Jahre haben wir dafür gekämpft, wir Eltern, weil der Vater meiner Töchter dies genauso gesehen hat, dass er trotz der Trennung Papa sein möchte, seinen Töchtern seine Welt zeigen möchte.

Heute sehe ich stolz auf den Lohn dieses Kampfes, dass meine Töchter wohlerzogene tolle Töchter sind, die beide Eltern erleben und bei denen sich beide Eltern verantwortlich fühlen für die Erziehung und für eine glückliche Kindheit.

Unsere Kinder können nichts dafür, wenn ich mich mit meinem Partner nicht mehr verstehe!!

Vor zwei Jahren, es ging darum die gesetzliche Betreuung für meine behinderte erwachsene Tochter zu beantragen, fragte uns die Sachbearbeiterin, ob sie uns nicht mal ihre Eltern schicken könne, ihre Eltern hätten dies, was wir leben, bis heute nicht geschafft, nach 25 Jahren Trennung :-).

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